Nach der ersten Solopräsentation in Berlin 2007 zeigt die Galerie Degenhartt in der Ausstellung The body speaks in sighs and jubilation jüngste Werke von Dean Glandon.
Dean Glandons Arbeiten entstehen aus einer inneren Bewegung heraus. In frei fließenden Gesten bannt der Künstler organisch geschwungene Linien und zeichenhafte Kürzel auf Papier, die durch Überlagerungen und Überschneidungen, Verwischungen und Verdichtungen abstrakte Figurationen und räumliche Strukturen entstehen lassen. In ihrer gestischen Dynamik, dem unhierarchischen Aufbau und den wie zufällig durch einen Rahmen begrenzten Konfigurationen erinnern Glandons Kompositionen an die All-over-Malereien des Abstrakten Expressionismus.
Auch bei Glandon ist die Bildfindung ein unvorhersehbarer Prozess. Material und Format sind die einzigen Parameter, die der Künstler festlegt, bevor er mit einem Werk beginnt. Glandon verwendet Grafit, Kohle, Kreide, Tusche oder Öl. Als Bildträger dienen Bütten-, Industrie- oder braunes 200g-Papier, das er in zwei Lagen zusammenklebt. Das Material bleibt zumeist als Bildgrund sichtbar und trägt in seiner Farbigkeit und Haptik entscheidet zur Wirkung des Werkes bei.
Glandons Arbeiten sind in ihrer vibrierenden Gestik als Ausdruck physisch-emotionaler Bewegung und damit zugleich als formale und inhaltliche Auseinandersetzung mit den menschlichen Emotionen und dem Körper zu lesen. Vom Figurenbild herkommend, zeigen noch Glandons abstrakte Zeichnungen vereinzelt figürliche Reminiszenzen. In seinen jüngsten, in der Fläche beruhigten Arbeiten kehrt der Künstler zum kürzelhaften, fragmentierten Abbild des Körpers zurück.
Bereits die dynamische Linienführung von Glandons Arbeiten ist ein Hinweis darauf, dass der Künstler am Boden arbeitet. Dies gewährt ihm genug Bewegungsspielraum, um die Farbe in ungehinderten Gebärden auf das Bild auftragen zu können, mit einer Impulsivität, in der sich das innere Erleben des Künstlers widerspiegelt. Es ist die „Summe seiner Erfahrung“, die Glandon in jedes seiner Werke einfließen lässt, nicht ein Abbild der Realität, sondern die Schönheit, die im Erinnerten liegt, mit ihrer ganzen Vielschichtigkeit und Uneindeutigkeit.
Zu sehen sind in der Ausstellung neuere und neueste Arbeiten auf Papier.
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