StartseiteAusstellungen und TermineArchivViermal Berlin

In der Ausstellung Viermal Berlin, einer Zusammenarbeit mit der Commerzbank Berlin, wurden Bilder von vier Fotografen aus 50 Jahren mit vier eigenen Sichtweisen gezeigt. Jede der Arbeiten beleuchtet einen Aspekt der Stadt zu ihrer bestimmten Zeit. Die Ausstellung fand im Haus der Commerzbank am Brandenburger Tor, Pariser Platz 1, statt.

Theodor Karl Löber war von 1947 bis 1977 als freier Bildjournalist in Berlin tätig. Neben Auftragsarbeiten dokumentierte er unablässig und mit Begeisterung den Neuaufbau der Stadt nach der Zerstörung durch den Krieg. Immer wieder kehrte er an bestimmte Orte zurück und hielt den Stand der Arbeit am Projekt Berlin in Momentaufnahmen fest, die sowohl in ihrer Menge als auch in der Genauigkeit der Beobachtung einzigartig sind. Das Archiv, das der Nachkriegsfotograf hinterlässt, soll in den kommenden Jahren gesichtet werden und zu themenbezogenen Ausstellungen und Publikationen führen.
In dieser Ausstellung soll anhand beispielhaft ausgewählter Fotos auf zwei nahe beieinander liegenden Achsen ein Gang durch die Zeit der 50er bis Anfang der 60er Jahre gemacht werden. Vom Brandenburger Tor, dem Standort der Ausstellung, bis zur Staatsoper und vom Alexanderplatz bis zum Strausberger Platz führen die beiden Wege, deren Dokumentation uns die Leistung des Wiederaufbaus, aber auch Ausschnitte aus dem täglichen Leben in dieser Zeit neu sehen lässt.

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Udo Hesse studierte Fotografie am Lette-Verein in Berlin und ist seitdem als freischaffender Fotograf tätig. Neben Auftragsarbeiten entstehen regelmäßig eigene Arbeiten, deren zentrales Thema der Mensch ist. Udo Hesses Arbeiten wurden durch zahlreiche Ausstellungen und mehrere Buchpublikationen bekannt und sind in einigen öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter das International Center of Photography, NYC und das Deutsche Historische Museum, Berlin. Die hier gezeigten Fotografien
von Udo Hesse aus dem Buch „Als noch Osten war“ tasten die Oberfläche der sozialistischen Alltagskultur der Hauptstadt der DDR ab. Unvoreingenommen näherte sich der West-Berliner Fotograf dem real existierenden Sozialismus im anderen Teil der Stadt und schuf Bilder von großer Authentizität, die weit unter die Oberfläche geht. Die Aufnahmen entstanden in den frühen achtziger Jahren
in Berlin-Mitte, Prenzlauer Berg und Köpenick. Im März 1982 wurde Udo Hesse in Ost-Berlin festgenommen als er Grenzanlagen fotografierte. Einige dieser Bilder, die er 2007 zurück erhielt, sind ebenfalls Teil der Ausstellung.

Ulrich Wüst studierte an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar; kam 1972 nach Berlin, arbeitete bis 1977 als Stadtplaner und bis 1983 als Bildredakteur. Seit 1984 lebt er als freischaffender Fotograf in Berlin und Schönhof (Uckermark). Ulrich Wüst versteht die Mitte Berlins als einen transistorischen Ort. Seine Bilder zeigen keine Menschen, sondern das, was diese mit den Gehäusen ihres Lebens tun. Der Einbruch des Neuen in gewachsene Strukturen, die Tilgung der immer noch vorhandenen Spuren des Zweiten Weltkrieges, die Re-Organisation städtischer Räume - all das sind die Themen, die er in einer unverwechselbaren künstlerischen Bildsprache behandelt.

Nicola Meitzner beschäftigt sich seit Mitte der 90er Jahre mit der Stadt, dem urbanen und suburbanen Raum. Inhaltliche Schwerpunkte sind architektonische Strukturen und gesellschaftliche Themen. Von ihr ist die Arbeit Wie viele Stockwerke hat das Haus, in dem Sie wohnen? zu sehen. Es ist eine bekannte Wahrheit, dass das Vertrauteste am leichtesten übersehen wird. Zu selbstverständlich sind uns die Orte, an denen wir uns regelmässig aufhalten. Im nächsten Supermarkt stehen die Dinge für den täglichen Gebrauch griffbereit im Regal. Jeder kennt seine Wege und den Fahrplan seiner Buslinie. Auf dem Weg zur Haltestelle verirrt man sich nicht, selbst wenn man die Namen der Strassen, durch die man geht, nicht nennen könnte. Hinter den vertrautesten Ansichten verbergen sich allerdings viele unbeantwortete Fragen. Um sie zu beantworten müsste man seiner eigenen Umgebung dieselbe distanzierte Aufmerksamkeit gegenüber bringen wie in einer fremden Stadt. Nicola Meitzner stellt sich diesen Fragen und stellt die Fragen auch an den Betrachter. In ihrem fotografischen Essay durchstreift sie unauffällige Quartiere in Berlin. Sie geht zu den banalsten Orten, stets darauf bedacht, die Distanz dem Unbekannten gegenüber zu bewahren, damit sich der Blick im Vertrauten nicht wieder verliert. Wie viele Stockwerke hat denn das Haus, in dem Sie wohnen?

Hier einige Fotos der Eröffnung:

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