Die Künstlerin betrachtet Farbe als „etwas Relatives, (als) ein Phänomen, das abhängig von seiner Umgebung ist. Bedingungen wie Lichtverhältnisse, die Beschaffenheit der Oberfläche des Trägermaterials, umgebende Farben, der Raum lassen eine Farbe immer wieder anders wirken.“ Dabei ist für Stähli Farbe nicht „das, was aus der Tube kommt, sondern ein Material, dessen Qualitäten erst zur Erscheinung gebracht werden müssen“ (aus: David Hornemann, Erlebnis Farbe. Susanne Stähli, in: Kunst & Material, Sept./Okt. 2008).
Erst während des Malprozesses, bei dem die Künstlerin stark verdünnte Acrylfarben in zahlreichen Arbeitsgängen auf die Leinwand aufträgt, entstehen durch die Überlagerungen der transparenten Farbschichten die vielfältigen, teils ineinander übergehenden Nuancen eines Farbtons. Das Ergebnis sind Werke von ungeheurer Lebendigkeit, faszinierender Tiefe und Leuchtkraft, deren Farbe sich in der Wahrnehmung je nach Umgebung, Blickwinkel und -richtung immer wieder zu ändern scheint.
Sehen wir ein Kirsch-, Braun- oder Magentarot vor uns, welches Rot ist nun rot? Ist das Bild am Rand vielleicht beleuchtet und fallen an manchen Stellen Schatten auf die Leinwand? Das Eintauchen in die Farbwelten von Susanne Stähli wird so zum Abenteuer, das dem Betrachter neben der Tiefe der Farbtöne auch die Relativität der eigenen Wahrnehmung vor Augen führt.
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Zu sehen sind in der Ausstellung neuere und neueste groß- und kleinformatige Acrylgemälde der Künstlerin sowie einige Zeichnungen. Auch in diesen Blättern wird auf eigene Weise deutlich, wie sehr die Reduktion Thema der Künstlerin ist. So wie es ihr in der Malerei um die Grundelemente Farbe und Fläche geht, konzentriert sie sich in der Zeichnung rein auf die Linie.
Susanne Stähli wird mit uns auf im März 2010 auf der art Karlsruhe vertreten sein.
Hier sehen Sie Bilder aus der Ausstellung in der Galerie:
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