Aus dem Pressetext zur Ausstellung:
Erstmals werden in den Räumen der Galerie Degenhartt, neueste Arbeiten der in Berlin lebenden Bildhauerin Kristina Redeker-Warter gezeigt. Präsentiert werden Objekte aus Stahl und Stoff sowie eigenständige und die Plastik begleitende Zeichnungen.
Die Plastiken umfassen Stahlobjekte, Stoffobjekte und Arbeiten, in denen beide Materialien sich vereinen. Schwarz gebrannte Stahlplastiken, auf dem Boden liegend, stehen neben Stoffobjekten aus meist sehr hellen Textilien, die leichter und spielerischer anmuten. Bei den kombinierten Arbeiten werden Metallplatten zu Gehäusen geschweißt, aus denen Filzbahnen fließen oder Samtballen hervorzuquellen scheinen.
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Kristina Redeker-Warters Arbeiten gemeinsam ist das menschliche Maß, das auch in ihrer bisherigen künstlerischen Entwicklung bestimmend war. Die Entwicklung der Formensprache führte dabei von der menschlichen Figur (Terrakotta-Arbeiten) über die Hülle (Rüstungen, Helme, Mumien) hin zu den heutigen Objekten, die als Zitate von Kleidung (Träger, Schnallen, Werkzeuge) gelesen werden können. Dabei erscheint die Plastik zunächst transportabel, funktionsfähig und brauchbar, denn die Künstlerin gibt ihr Griffe, Schlaufen, Aufhänger sowie weitere Funktionselemente mit, die sich jedoch bei näherem Hinsehen nur scheinbar zum Bewegen und Verschieben eignen.
Im Gegensatz zu den sehr bestimmten Plastiken sind Redeker-Warters Zeichnungen suchend, tastend und spielerischer. Oft bilden sie die Grundlage zu späteren Objekten, halten Ideen und Gedanken in einem Gespinst aus Linien fest. In ersten Skizzen werden Proportionen und Formen definiert, verworfen und neu gesetzt, bevor der Gedanke zumeist in einer weiteren Zeichnung weiter bearbeitet wird. Die Leichtigkeit der Zeichnungen kontrastiert mit der Schwere des Materials ihrer Plastiken und ermöglicht so einen Perspektivwechsel, der einen anderen Blick auf die Objekte provoziert.
Gerade in der Mehrdeutigkeit der Plastiken von Kristina Redeker-Warter, in ihrer ersten Anmutung, die sie als Gebrauchsgegenstände ausweist, die der zweite Blick stets als vergeblich erkennen muss, liegt ihre Bedeutung. Sie irritieren den Beobachter, zwingen ihn zu einer weiteren Prüfung und bilden so ein Gegenüber, das schließlich auf eigene Befindlichkeiten aufmerksam macht. Die Arbeiten von Kristina Redeker-Warter sind somit spröde und sinnlich zugleich, sie schaffen benennbare Assoziationen und entziehen sich doch jeder genauen Definition.
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